Die Überbrückungshilfe wird verlängert

Die Überbrückungshilfe wird mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 18.09.2020 erneut verlängert. Dieses Mal sogar bis Dezember, mit erleichterten Fördervoraussetzungen und umfassenderen Förderungen.

Ziel ist es, kleine und mittelständische Unternehmen sowie Soloselbstständige und Freiberufler, die stark von den Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung betroffen waren, mit nichtrückzahlbaren Zuschüssen zu den betrieblichen Fixkosten zu unterstützen. Erleichterte Fördervoraussetzungen und die Ausweitung der Förderung für den Zeitraum September bis Dezember sollen dabei für Planungssicherheit und die Sicherung der Existenz für alle Unternehmer sorgen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und das Bundesministerium der Finanzen haben sich darauf verständigt, dass die Überbrückungshilfe für Unternehmen aller Branchen offensteht, die durch die Corona-Krise besonders betroffen sind. Um vor allem die Unternehmen zu erreichen, deren Geschäft durch behördliche Einschränkungen oder Hygiene- und Abstandsregeln immer noch stark beeinträchtigt ist, werden Änderungen am Programm vorgenommen. 

Welche neuen Maßnahmen wurden beschlossen?

1. Maßnahme: Flexibilisierung der Eintrittsschwelle

Der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 muss zusammengenommen nicht mehr, wie bisher, um mindestens 60 % gegenüber den Monaten April und Mai 2019 eingebrochen sein. Stattdessen wird der notwendige Umsatzeinbruch reduziert, der Zeitraum flexibler gestaltet und zudem verschiedene Optionen geboten. Die Antragstellung ist möglich, wenn der Umsatz

  • um mindestens 50% in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten

oder

  • um mindestens 30% im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen ist.

Somit wird es mehr Unternehmen ermöglicht, die Überbrückungshilfe in Anspruch zu nehmen.

2. Maßnahme: Neue Maximalbeträge und Erleichterung für kleine und mittelständische Unternehmen

  • Die Förderungsbeträge betragen für September bis Dezember bis zu 50.000 Euro je Monat und somit bis zu 200.000 Euro für den gesamten Zeitraum (bisher 150.000 Euro für drei Monate) für alle Unternehmen.
  • Die bisher geltenden Begrenzungen der maximalen Erstattungsbeträge für Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten auf 9.000 Euro und für Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten auf 15.000 Euro gelten nicht mehr.

3. Maßnahme: Erhöhung der Fördersätze

Die Überbrückungshilfe erstattet künftig einen Anteil in Höhe von

  • 90% der Fixkosten eines Monats (bisher 80% der Fixkosten) bei mehr als 70% Umsatzeinbruch,
  • 60% der Fixkosten (bisher 50% der Fixkosten) bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50% und 70%,
  • 40% der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 30% (bisher bei mehr als 40% Umsatzeinbruch) im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres.

Förderfähige Fixkosten sind u. a.:

  • Mieten und Pachten
  • Finanzierungskosten
  • Kosten für Auszubildende
  • Grundsteuern
  • Betriebliche Lizenzgebühren
  • Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben
  • Kosten für Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, die im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe anfallen.

4. Maßnahme: Erhöhung der Personalkostenpauschale

Die Personalkostenpauschale für Aufwendungen für das Personal, welches nicht in Kurzarbeit geschickt wird, wird von 10% der förderfähigen Kosten auf 20% erhöht. Damit sollen die teils hohen Personalkosten, die zum Betriebserhalt notwendig sind, aufgefangen werden. Ziel ist es, die Beschäftigung von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen zu unterstützen.

5. Maßnahme: Neue Möglichkeit der Nachzahlungen

Bisher war nur geregelt, dass bei einer Überkompensation eine Rückzahlung zu erfolgen hat. In dem Schreiben vom Bundesministerium wird nun mitgeteilt, dass bei der Schlussabrechnung künftig Nachzahlungen ebenso möglich sein sollen wie Rückforderungen.

Wie erfolgt die Antragstellung?

Die Antragstellung und Bearbeitung verläuft wie in dem aktuell laufenden Programm komplett digital. Weiterhin gilt, dass die Antragstellung durch prüfende Dritte, wie Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwälte vorgenommen werden muss. So soll durch eine Vorprüfung ermöglicht werden, die Auszahlung der Hilfen zu beschleunigen. Die Antragsbearbeitung sowie die Auszahlung werden weiterhin von den Bewilligungsstellen der Bundesländer vorgenommen.

Die Antragstellung für den Zeitraum September bis Dezember ist vermutlich ab Oktober 2020 möglich.

Nicht zu vergessen:

Die Antragsfrist für die laufende Überbrückungshilfe (Zeitraum Juni bis August) läuft bereits zum 30. September 2020 ab.

Unser Tipp:
Gehen Sie jetzt aktiv auf Ihren Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer zu und bereiten alle erforderlichen Zahlen vor. So kann Ihr Antrag bei Start des Programms bearbeitet und etwaige Zahlungen an Sie geleistet werden. Wir unterstützen Sie gerne!

Wir erarbeiten die Informationen mit großer Sorgfalt. Gerne unterstützen und beraten wir Sie ausführlich. Rufen Sie uns doch einfach an oder senden Sie eine E-Mail an unsere Ansprechpartner in
Würzburg, Tel + 49 (0) 931 406202-10 oder info@etl-auditax.de

Obernburg, Tel + 49 (0) 6022 6188-0 oder info@etl-auditax.de
Frankfurt, Tel + 49 (0) 69 750888-0 oder service@etl-auditax.de
Miltenberg, Tel + 49 (0) 9371 99800 oder service@etl-auditax.de

Wir stehen Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Aufgrund der hohen Dynamik der aktuellen Situation übernehmen wir keinerlei Gewähr und keine Haftung für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen auf unserer Website.

Ihr ETL Auditax Team

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.