Steuernachzahlung wegen Kurzarbeit? Arbeitnehmer aufgepasst!

Die Corona-Krise hat die deutsche Wirtschaft mit voller Härte getroffen. Vor allem Einzelhändler, Gastronomen, Hoteliers und Freiberufler sind durch die erforderlichen Einschränkungen in ihrer Existenz bedroht. Aber auch für viele Arbeitnehmer ist die Corona-Krise mit weitreichenden Einschränkungen verbunden. Um Arbeitnehmer vor betriebsbedingten Kündigungen zu schützen, wurde unter anderem der Zugang zu Kurzarbeitergeld erleichtert.

Warum wird Kurzarbeit als Corona-Maßnahme eingesetzt?

Die Kurzarbeit gibt es schon sehr lange, aber erst in Folge des Corona-Virus ist sie in aller Munde. Einerseits hilft Kurzarbeit betroffenen Unternehmen, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, ihre Mitarbeiter nicht entlassen zu müssen. Andererseits unterstützt die Deutsche Bundesregierung mit Kurzarbeitergeld betroffene Arbeitnehmer, um den Verdienstausfall während der Kurzarbeit teilweise zu kompensieren.

Was ist bei der Kurzarbeit zu beachten?

Betroffene Arbeitnehmer müssen im Jahr, nachdem sie Kurzarbeitergeld erhalten haben, verpflichtend eine Steuererklärung abgeben und unter Umständen sogar Steuern nachzahlen. Warum das so ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wird das Kurzarbeitergeld besteuert?

Das Kurzarbeitergeld ist für die Arbeitnehmerin bzw. den Arbeitnehmer als sogenannte Lohnersatzleistung steuerfrei. Allerdings unterliegt das Kurzarbeitergeld dem Progressionsvorbehalt.

Was sind Lohnersatzleistungen?

Gründe gibt es viele, warum Arbeitnehmer vorübergehend keinen Lohn erhalten. Krankheit, Arbeitslosigkeit, Elternzeit und einiges mehr. Meist erhalten Sie in diesen Fällen eine sogenannte Lohnersatzleistung. Lohnersatzleistungen sind beispielsweise:

  • Arbeitslosengeld
  • Kurzarbeitergeld
  • Elterngeld
  • Mutterschaftsgeld
  • Krankengeld

Aus steuerlicher Hinsicht ist vor allem der Hinweis wichtig, dass derartige Leistungen dem steuererhöhenden Progressionsvorbehalt unterliegen.

Was heißt Progressionsvorbehalt?

Progressionsvorbehalt bedeutet, dass das Kurzarbeitergeld den persönlichen Steuersatz erhöht, welcher für die Besteuerung des restlichen Einkommens angewendet wird. Zur Ermittlung des maßgeblichen Steuersatzes wird das Kurzarbeitergeld auf das zu versteuernde Einkommen hinzugerechnet. Dadurch steigt der Steuersatz an. Mit diesem Steuersatz wird die Einkommensteuer für das tatsächlich zu versteuernde Einkommen berechnet. Es bleibt also bei der Steuerfreiheit, dafür gilt aber für das restliche Einkommen ein höherer Steuersatz. Dadurch kann es zu Steuernachzahlungen kommen.

Der Progressionsvorbehalt folgt also dem Prinzip der leistungsgerechten Besteuerung: D.h. jemand, der zusätzliche steuerfreie Einnahmen hat, hat mehr Geld zur Verfügung als ohne diese Einnahmen. Er ist deshalb als leistungsfähiger anzusehen. Und wenn jemand leistungsfähiger ist, kann er auch mehr Steuern zahlen.

Welche Leistungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise unterliegen auch dem Progressionsvorbehalt?

  • Steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld
  • Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz

Welche Konsequenzen ergeben sich für Arbeitnehmer?

Der Bezug von Lohnersatzleistungen führt regelmäßig zur Abgabepflicht einer Steuererklärung im Folgejahr. Konkret heißt das, dass Personen, die innerhalb des Jahres 2020 Kurzarbeitergeld von mehr als 410 Euro bezogen haben, in 2021 eine Steuererklärung abgeben müssen. Die Frist für die Abgabe endet am 31. Juli 2021.

Wichtiger Hinweis an Arbeitgeber:

Informieren Sie Ihre Arbeitnehmer frühzeitig über die anstehende Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung!

Wir erarbeiten die Informationen mit großer Sorgfalt. Gerne unterstützen und beraten wir Sie ausführlich. Rufen Sie uns doch einfach an oder senden Sie eine E-Mail an unsere Ansprechpartner in
Würzburg, Tel + 49 (0) 931 406202-10 oder info@etl-auditax.de

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Wir stehen Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Hinweis:

Die angeführten Erläuterungen haben lediglich informatorischen Charakter, stellen keine Rechts- oder Steuerberatung dar und können diese nicht ersetzen. Die Informationen sind abstrakt und können nicht pauschal auf jeden Einzelfall angewendet werden.

Ihr ETL Auditax Team


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